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VORREDE ZUR ERSTEN AUFLAGE.

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Wenn in neuester Zeit die Shakspeare-Lecture in überraschender Weise in Deutschland in Aufnahme gekommen ist, so haben wir das zunächst jenen literarischen Grössen zu danken, welche dem deutschen Volke gezeigt, welchen Schatz der britische Sänger in seinen Dichtungen birgt. Aber dieser Schatz ist zum grösseren Theile noch zu heben; nur theilweise erst ist er zu Tage gefördert und Jedem zugänglich gemacht, der sich an dem unendlichen Reichthum des ,,Schwans vom Avon" bilden, belehren, ergötzen möchte. Deutsche Meister haben, gerade in der Gegenwart, durch gute, theils musterhafte Uebersetzungen den Dichter dem deutschen Volke näher gebracht, und sie verdienen Anerkennung und Dank dafür. Jedoch, einen Dichter aus der Uebersetzung kennen zu lernen, ist eben nur ein Nothbehelf für die, welche der fremden Sprache nicht mächtig sind. Wer Englisch versteht, wird zum englischen Shakspeare greifen und durch die Uebersetzungen sich den Genuss verschaffen, der die sprachliche und ästhetische Vergleichung des Originals mit der Uebertragung dem Kundigen immer noch gewähren wird. Den Shakspeare aber in der Sprache des

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Dichters zu lesen und nach jeder Richtung hin zu verstehen, ist eine schwierigere Aufgabe, als Manche sich denken mögen; ja, man kann dreist sagen, dass nicht einmal ein Engländer, geschweige denn ein Deutscher, ohne gründliches und mühevolles Studium darauf verwendet zu haben, unseren Dichter völlig verstehen kann. Die Schwierigkeiten sind theils sprachliche, theils reale, auf Sitten, Gebräuchen, Anschauungen beruhende; beide sind uns, wenigstens in vielen Punkten, der Zeit nach so weit entrückt, dass selbst unter den gewiegtesten Literaten und Shakspeare-Kennern Zweifel und Abstimmigkeiten darüber herrschen. Ein zum vollen Verständniss führendes Studium des Dichters erfordert, ausser der zu jeder ernsten Arbeit nöthigen Ausdauer, zunächst viel Zeit, und dann einen nicht unbedeutenden literarischen Apparat. Beide dürften nicht Jedem zu Gebote stehen, wenn auch sonst mit dem besten Willen an die Arbeit gehen möchte. Für solche nun, die des Englischen in einigem Grade kundig sind und zugleich anderweitige sprachliche Bildung besitzen, ist die gegenwärtige erklärende Ausgabe des Hamlet bestimmt, und ich babe gemeint, alles das in den Kreis dieser Erklärungen hereinziehen zu müssen, was irgendwie Schwierigkeit bieten könnte. Eine Ausgabe, die ohne andere Hülfsmittel dem Leser das zum vollen Verständniss Nöthige bietet, so weit wenigstens bietet, als heut zu Tage noch die nöthigen Aufklärungen zu erlangen sind, wird bei einer grossen Zahl von Freunden Shakspeare's Lust und Freude an der Beschäftigung mit einem Werke dieses Meisters aller Meister zuversichtlich anfachen. Es dürfte dieses Buch ich glaube, dazu berechtigt es die Ausführlichkeit der gegebenen

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