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THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY 5253

ASTOR, LENOX ANI
TILDEN FOUNDATIONS.
R
1911

L

H 418.pt.s,v. 5 Cop..

FIAT FT 79TT

Bibelüberseßung! siehe da bas neueste Stus dium der Mode. Streitigkeiten über Dogmatik und symbolische Bücher, Gottlob! etwas vorüber: so lang und Inng die Bibel erlåutert; warum nicht endlich auch neu überseßen? Neue Religion habeu wir uns schon halb ausgemacht und erfunden, warum nicht auch eine neue Bibel dieser neuen Waffer - Religion gemäß ?

Dazu hat Kennikot nun ja endlich die Lesarten gesammlet: oder vielmehr Europa mit Geld und Fleiß für ihn - warum sollen wir nun eben jezt noch unınittelbar vor dem Druck auf das Gesammlete warten? Als wenn wir die Bibel nicht ohne Kennis kot verstunden und überseken könnten! Wohlan! und siehe da ein Geist falscher Weissagung gieng aus und überfekte, und machte Rumor, und brachte zusams men Selb und Gut

und hintennach war das Volk der Ungelehrten eben so klug: ja um ein gut Theil důmmer

Wer geglaubt hat, daß man die Bibel allbereits verstehe und mehr als verstehe: der lese dies Werk. Es handelt, damit ich den Titel kurz erkläre, von nichts, als dem ersten Sapitel des ersten Buchs Moses. Ein kleiner Anfangsversuch, an dem man aber, was noch dahinten sey, ahne und rathe. Wenn man eben vor der Schwelle fo erschrecklich gestraus chelt, wenn selbst vor dem Eingange Decke hieng, die noch niemand wegzuziehen sich nur träumen lase Ten man denke, was im Heiligthum sey?

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Wem ich mit diesem Anfange auf miehrals eine Weise gegen die Stirn fahre: der fahre fitrůck, aber reße sich wieder und lese Und wenn er mich nichts weniger als Schwärmer und falschen Anklager findet, so lafie er sich die Sache gemeiner Noth zu Herzen gehen, und wünsche, daß sich erst ein Fürst erbarme, Bibelerklärung und Bibelerklarer zu schafs fen: Ueberseßung und Üeberseker werden sich sodann genug finden! Wenn fast jeder Auskelricht aus eis nem Nebenfach der Literatur einer besondern Anstalt und Akademie gewürdigt worden - was brauchts die Bibel? das alte thSridhte Buch! die abgeschabte glaub- und nußlose Urkunde des ausschweifenden Mors genlandes!

Lies weiter, leser! und du wirst sehen!

Wirfst du aber die ganze Schrift weg, weil hin: ter dem prachtigen Trugstitel von nichts als dem alten Moses die Rede seyn sollte, so wirf! wir sind geschiedene Leute. Weder Moses, glaube id), noch ich, haben an dir verloren.

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Vorrede des Herausgeberb.

Dem nachfolgenden Werke des Verewigten Hers bers glaubt der Herausgeber eine kurze Geschichte seiner Entstehung und Schicksale, so weit er sie au. thentisch geben kann, vorsegen zu sollen.

Der Verfasser hatte bereits seit 1767 Surch vers . fchiedene kritische, philosophische und aesthetische Schrifs 3

ten seinen literarischen Ruhm begründet, als er 1774 mit der ältesten Urkunde des Menschenges schlechtes zum erstenmal * als theologischer Schrifts fteller auftrat, und mit Inhalt und Schreibart dersela ben ein allgemeines Aufsehen und die widersprechende

sten Urtheile über fiderregte. Die Hauptidee dieses # Werkes, die Entråthselung der Schöpfungsurkunde,

hatte er schon als Jüngling entdeckt, and fie kommt, im Wesentlichen, bereits im allerersten noch vorhans denen Entwurf dazu bor, den er schon zu Riga, noch vor 1769, schrieb **. Zwar ist in demselben noch ein etwelcher, doch der lezte Kampf seiner freiern Ansichten mit den Begriffen der damaligen Dogmas tik unverkennbar; was er aber darinn von den einzig richtigen Grundlagen der Interpretation orientalischer Poesien, zumal ihrer ältesten Restè, sagt, beweiset daß er den individuellen Charakter derselben * Die Briefe zweener Brüder Jesu erschienen erft im folgenden

Sahre. ** Einige Fragmente deffelben sind in den Anhang zum zweiten

Bande (dieser Ausgabe) eingerůdt:

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schon zu dieser Zeit, wo noch wenige deutschel Exeges ten ihn geahnet haben mögen, hell erkannte und bes reits auf dem Pfade war, dessen Ziel er spåter so rühmlich erreichte, ihn, mehr als noch je geschehen war, für sein und folgende Zeitalter aufzuklåren, und diesem wichtigen Studium, so wie alle den reichen Folgen, die es für Religion, Dichtung und Philosophie des Abendlandes hat, einen neuen Sawung, eine ganz neue fruchtbarere Wendung zu geben. Eine Seereise von Riga nach Nantes im Jahr 1769, wo ec Sfters die Tagwerdung auf dem Meere beinerken konnte, erweiterte ohne Zweifel feine Ideen, und schårfte noch mehr fein reges Gefühl für Naturschonheiten, wovon so viele der beredtesten Stellen seines Buches zeugen. In Strasburg, und spåter in Bus deburg, wohin ihm der ehrwürdige Heyne jedes begehrte Hälfsmittel von der göttingischen Univers sitätsbibliothek übersandte, arbeitete er mit dem uns verdrossensten Fleiße darüber, durchlas und excerpirs te, was er von alten und neuen Quellen über religiose Ideen und ihre Symbole, die gottesdienstlichen Gebräuche aller alten und neuen Völker Asiens, Aegyptens und Griechenlandes nur immer auffins den konnte, um orientalisde Denkmåler aus Zeit und Ort ihres Ursprungs erklären zu köns nen *

*

Håtten wir noch poetische Seelen: wären wir noch die mensch »lichen Sünglinge, die in der Kindheit der Welt, unwissend

einer aus stummen, todten Lettern gelernten Weisheit, uns

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