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The harlot's cheek etc. Die Wange der Metze, durch die Kunst der Schminke verschönert.

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Ugly to the thing etc. To ==~ compared to, gegen. 107 The slings and arrows of outrageous fortune. Slings und arrows im figürlichen Sinne zu nehmen: sling (Schleuder), wird von J. auch mit ,,stroke, Schlag" erklärt, arrow, (Pfeil) kann dann mit ,,Stoss" übersetzt werden. Tela fortunae gebraucht Cicero für Schicksalsschläge. Outrageous violent, furious, gewaltig auf Einen einstürmend.

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A sea of troubles, ein Meer, eine ungeheure Menge von Unruhen oder Leiden. Ebenso sagt man a sea of joys, πέλαγος κακῶν u. s. w.

And by opposing end them. In dieser Phrase liegt eine grosse Schwierigkeit. Zu dem vorangegangenen to be, or not to be bilden die vier folgenden Zeilen unstreitig die weitere Ausführung, gleichsam Erklärung; die zwei Theile der ersten Zeile: To be und not to be haben ihre Correlate in den nachfolgenden Zeilen; to suffer the slings and arrows of outrageous fortune und to take arms against a sea of troubles, and by opposing end them; es ist nur die Frage, welche einander entsprechen. Bezöge sich to suffer etc. auf to be, to take arms etc. auf not to be, so hiesse es: das Ertragen der Leiden wäre Sein oder Leben, ihnen durch Widerstand ein Ende machen, wäre Nichtsein oder Tod. Soll diese Beziehung gelten, so muss man unter:,,den Leiden ein Ende machen", den Selbstmord verstehen. Der würde allerdings den Leiden ein Ende machen, aber wie ist's denn mit,,by opposing," das doch so viel heisst als „,by opposing them", während wieder der Selbstmord unmöglich ein Widerstand gegen die Leiden genannt werden kann. Bezieht man to be auf das letzte, to take arms, und not to be auf to suffer, so heisst es: man ist oder lebt, wenn man gegen die vielerlei Leiden die Waffen ergreift, ihnen thatkräftigen Widerstand leistet und damit ihnen ein Ende macht; man ist aber nicht, oder es ist der Tod, wenn man sich den Leiden des Lebens ergiebt oder sie geduldig erträgt. Natürlich bringt seine melancholische Stimmung ihn auf diese Betrachtung; ihm liegt die ihm gewordene Aufgabe, das dem Geiste des Vaters gegebene Gelübde, schwer auf dem Herzen; die Aufgabe lösen, sich des Gelübdes durch eine That entledigen, ist ihm unmöglich, denn er müsste ja Blut vergiessen, und sein weiches Gemüth,,,seine Taubennatur" erträgt das nicht. Und doch wieder soll er der Rächer der scheusslichsten Verbrechen werden, soll dazu ist er durch einen Boten aus dem Grabe erkoren soll fernerhin Sünde, Unrecht, Ver

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brechen auf dem Throne seines Vaters verhüten, indem er den Missethäter niedermacht. Das ist zu viel für Hamlet, der das Leben in Ruhe, Frieden und in der Pflege der Wissenschaften hinbringen möchte. Daher der Kampf und die Zweifel, die sich in diesem Monologe aussprechen. Wegen der Beziehungen desselben zum Dichter selbst vgl. die Einleitung.

To die; to sleep: No more. Sterben ist Schlafen, oder der Tod ist ein Schlaf; mehr nicht. Nach der gegebenen Erklärung des Vorigen muss man den Tod hier als ein drittes Auskunftsmittel, die Leiden abzuschütteln, ansehen. Ertragen mag Hamlet diese Leiden nicht, ihnen kräftigen Widerstand zu leisten hat er nicht den Muth, also, sagt er, kann man sie vielleicht durch den Tod los werden. Die nächsten Zeilen (bis wish'd) bestätigen diese Deutung.

To say we end etc. suppose we end, würde in Prosa heissen: say we end, angenommen dass wir etc. Consummation, completion, end; Ziel.

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The thousand natural shocks that flesh is heir tó, die tausend Stösse, die ein Erbtheil des Fleisches, das Fleisch der Mensch in dieser Zeitlichkeit erbt sie, sie sind

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ihm daher gleichsam angeboren.

There's the rub, da liegt der Knoten, die Schwierigkeit. Hamlet kommt hiebei, wie es seine Natur ist, schon wieder auf Bedenklichkeiten. Er könnte in diesem Schlafe

ja träumen.

What dreams may come ist Subject zu must give us pause; die Träume, welche in diesem Todesschlafe kommen können, zwingen uns still zu stehen, d. h. zu bedenken. Shuffled off this mortal coil. To shuffle to throw into disorder, mischen, mengen; to shuffle off, to get rid of, abschütteln. Coil noise, tumult, difficulty, turmoil, bustle, Lärm, Getöse. Mit Recht vermuthet E. hier eine Corruption des Drucks. Coil heisst freilich auch: a rope wound into a ring; sollte man in unserer Stelle daraus „Hülle" machen können? Schl. übersetzt, vielleicht zu frei, mortal coil mit „Drang des Ird'schen." Nach der ersten Bedeutung hiesse mortal coil das Gewirr, die Unruhe dieses Lebens; nach der anderen: die sterbliche Hülle.

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There's the respect etc., das ist die Rücksicht, die das Elend zu so hohen Jahren kommen lässt; wenn wir nicht bedächten, was nach dem Tode kommen kann, so würden wir das Elend (calamity) nicht so lange ertragen.

The whips and scorns of time. Warburton will hier 108 time für the time verstanden wissen, nicht die Zeit überhaupt,

weil diese genannten Uebel nicht die Wirkung der Zeit an sich, sondern eines verderbten Zeitalters seien. Es ist auch sehr wohl möglich, dass Sh. hier insbesondere sein Zeitalter und die Schläge, den Spott im Auge hat, die er selbst zu ertragen hatte.

The proud man's contumely haben die Qs., F.: the poor man's c. Contumely, Hohn, Schimpf. Nun ist es gewiss ein seltener Fall, dass Jemand sich über den Hohn des Armen beklagt; auch wenn dieser den Reichen hölnt, SO wird solcher Hohn nicht beachtet. Da Hamlet, als Fürst, sich gewiss nicht über den Hohn der Stolzen" wird zu beklagen gehabt haben, so zeigt uns dies, dass diese Rede überhaupt weniger persönlich auf Hamlet selbst zu beziehen, als vielmehr in einer kosmopolitischen Anwandlung gesprochen ist. Wollte man das Ganze auf den Dichter selbst beziehen, so bekäme es mit poor eben so wenig Sinn.

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Quietus, ein Rechtsausdruck. N. erklärt: the official discharge of an account, amtliche Rechnungsabnahme, besonders beim Schatzkammeramte (the Exchequer), wo von den Beamten, als vollständige Quittung, quietus est unter die richtig befundene Rechnung geschrieben wird. To make one's quietus heisst also: die Rechnung abschliessen, und zwar hier: mit dem Himmel abschliessen. Einen richtigen Rechnungsabschluss erzielt man aber doch durch einen Selbstmord nicht. Die Worte quietus est werden auch unter die Entlassungsscheine aus dem Dienste gesetzt, to make one's quietus, heisst dann seinen Dienst quittiren, die Entlassung nehmen, hier die Entlassung aus dem Leben. Wenn auch Schiller im Wilhelm Tell sagt:,,mach' deine Rechnung mit dem Himmel, Voigt," so ist hier ein anderes Verhältniss. Gessler soll durch Tell aus dem Leben scheiden, Hamlet will sich selbst umbringen; wenn Gessler sich mit dem Himmel abgefunden und Tells Pfeil empfängt, hat er nicht noch wieder neue Schuld auf sich geladen; Hamlet dagegen würde, nachdem er sich mit dem himmlischen Richter abgefunden after having made his quietus gerade durch den Selbstmord neue Schuld auf sich laden, für die ihn jenseits Strafe erwarten müsste; seine Rechnung wäre also doch nicht quittirt. Die zweite Bedeutung des make one's quietus ist also hier die allein mögliche, und so hat auch Delius es genommen. Die Stelle heisst also, wenn wir sie etwas zusammenziehen: ,,wer möchte das Ungemach des Lebens ertragen, wenn er mit einem blossen Dolch sich dessen entledigen könnte?"

Bodkin small dagger; a bare bodkin, ein seiner Scheide entblösster Dolch.

But that the dread of something after death, wenn nicht die Furcht vor Etwas nach dem Tode. Uebrigens ist the undiscover'd country Apposition zu something after death. From whose bourn no traveller returns stimmt nicht ganz damit, dass der Geist von Hamlet's Vater wirklich zurückgekehrt ist. Man erklärt dies wohl dadurch, dass der alte Hamlet ja erst im Fegefeuer, also noch nicht im eigentlichen Jenseits gewesen und nicht eher habe dahin kommen können, bis er alle seine Sünden gebüsst und mit dem Irdischen vollkommen abgeschlossen habe. Hiemit fügte sich Sh. ohne Zweifel dem katholischen Volksglauben. Freilich würde dies die doch auch nach dem katholischen Glauben angenommenen ewigen Strafen unmöglich machen. So genau muss man es mit dem Dichter nicht nehmen: er hat den Geist erscheinen lassen, weil eine solche Erscheinung dem Volksglauben nicht widersprach und ein mächtiges dramatisches Mittel war; er lässt dagegen Hamlet sagen,,,es komme Keiner aus dem Jenseits zurück", weil er dies selbst glaubt. Puzzles the will, Prädicat zu the dread of . Willen, sich das Leben zu nehmen.

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Thus conscience does make cowards of us all. Die Bedenklichkeit, dass nach dem Tode etwas uns zur Zeit noch Unbekanntes eintreten könne, hält uns vom Selbstmorde ab; er nennt diese Bedenklichkeit conscience und sagt: es mache Feige aus uns Allen, d. h. es lasse uns vor dem Selbstmorde zurückschrecken.

The native hue of resolution etc. sagt dasselbe in anderen Worten: die angeborene Farbe des Entschlusses (die Energie, womit der Entschluss gefasst war,) wird angekränkelt durch den blassen Ueberwurf des Gedankens, d. h. durch die Ueberlegung wird die ursprüngliche Energie des Entschlusses abgeschwächt. Dieser Ausspruch wird hier nicht mehr bloss auf den Selbstmord bezogen, sondern verallgemeinert, wie die folgenden Zeilen zeigen.

of great pith and moment; so die F., Qs. lesen pitch st. pith. Pith marrow, Mark, fig. strength, energy, Kraft. Nimmt man pith in seiner eigentlichen Bedeutung, so passt allerdings das Attribut great nicht dazu; das Wort ist aber in fig. Bedeutung so gebräuchlich, dass man meist gar nicht mehr an die ursprüngliche denkt, weshalb denn auch Attribute wie great nicht anstössig sind; dagegen sagt man nicht a great pitch, sondern a high pitch. Moment importance, weight, Gehalt.

Awry, schief, haben die Qs., F. away. Turn awry, wenden sich schief ab, Schl.: werden aus ihrer Bahn gelenkt,

d. h. die Unternehmungen gehen (wegen der Rücksicht, regard, auf die Folgen) nicht auf das ursprüngliche Ziel hinzu, werden nicht planmässig ausgeführt, verlieren deshalb den Namen der Handlung oder That. Hamlet hat sich selbst so gut beobachtet, dass er uns im Monolog ein treues Bild von scinem Selbst entwirft.

109 Soft you, now! doch, still! you bezeichnet die Anrede an sich selbst, wie be you, musste auch wohl des Verses wegen gesetzt werden. Er hat Ophelia während seiner Rede nicht bemerkt, sie aber hat den ganzen Monolog angehört. Die wehmüthige Anrede in den folgenden zwei Versen lässt vermuthen, dass noch einmal, nachdem er das Mädchen längst aufgegeben, seine frühere Liebe erwachte, weshalb er den angenommenen Wahnsinn vergisst; freilich ist dies nur schnell vorübergehend, denn das nächstfolgende Gespräch mit ihr beweist uns wieder, dass er das Verhältniss zu ihr ganz gelöst hat. Er merkt, dass sie ihn behorcht hat.

In thy orisons etc. Orison, (v. frz. oraison, vom lat. oro,) Gebet. Hamlet glaubt zu bemerken, dass sie ein Gebetbuch lese, wie dies aus der Art, wie Polonius es ihr in die Hand gesteckt (106), sehr wahrscheinlich wird.

For this many a day, all die Tage (die ich euch nicht gesehen habe).

I humbly thank you, well, well, well hat die F., in QA. fehlt der Vers, QB. hat nur einmal well.

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Longed long. Der Ausdruck, der zugleich eine Assonanz und eine Aliteration enthält, ist hier von schöner rhetorischer Wirkung.

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No, not I; I never gave you aught lesen die Qs.; F. in einem Vers: No, no, I never gave you aught.

I know right well, die F.; die Qs. you know etc. And with them..... compos'd. Damit sind die Liebesbriefe gemeint, von denen Polonius einige vorgelesen (74).

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As made the things more rich. As hat hier den Werth eines Relativpronomens, wie auch sonst gewöhnlich. Their perfume lost, take these again. Their bezieht sich auf words, these auf remembrances. Their perfume lost ist ein verkürzter und zugleich elliptischer Nebensatz. Die F. hat then st. their, ein offenbarer Druckfehler, und left st. lost.

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Are you honest? Honest muss hier keusch, ehrbar oder überhaupt tugendhaft bedeuten, wegen des nachfolgenden bawd, das als Gegentheil davon dasteht.

Your honesty. . . . beauty, euere Ehrbarkeit sollte keinen Verkehr mit der Schönheit zulassen. Discourse, münd

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